Solartechnik als Perspektive für geflüchtete Menschen

3. juin 2019

Swissolar unterstützt ein innovatives Projekt, das die Arbeitsmarktintegration von Personen mit einem Aufenthaltsrecht in der Schweiz erhöhen will. In einem Einführungskurs lernen die Teilnehmenden die Grundlagen der Solartechnik kennen. Anschliessend absolvieren sie ein bezahltes Berufspraktikum bei einer renommierten Schweizer Solarfirma. Die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen verleiht ihnen einen Vorteil sowohl für eine Zukunft in der Schweiz wie auch bei einer Rückkehr in ihre Heimat.

Berivan ist Maschinen-Ingenieurin. Vor gut zwei Jahren musste sie von Syrien in die Schweiz flüchten. Sie ist wissbegierig, intelligent und möchte ihre technischen Fähigkeiten nutzen. Berivan ist eine von acht jungen Menschen des innovativen Pilotprojekts «Solarenergie für berufliche Integration» in Büren an der Aare. Alle Teilnehmenden sind anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene aus Eritrea, Somalia, Ghana oder Syrien. Sie alle sind technisch versiert. Und sie alle interessieren sich für Solartechnik.

Das Projekt hat zum Ziel, die Arbeitsintegration von Personen mit einem Aufenthaltsrecht zu fördern. Letzte Woche besuchte Berivan zusammen mit den anderen Teilnehmenden ein Einführungstraining. Sie lernten die Theorie der Photovoltaik und die Grundlagen der Elektrizität kennen, experimentierten mir Solarzellen, Wechselrichtern und anderen Komponenten einer Solaranlage. «Ich habe das erste Mal gesehen, wie Solarenergie funktioniert», sagt Berivan. Im Anschluss an den Kurs werden die jungen Menschen ein bezahltes Berufspraktikum bei einer renommierten Schweizer Solarfirma absolvieren.

Das Projekt kam auf Initiative der unabhängigen Schweizer Non-Profit-Organisation Solafrica, dem Sozialunternehmen «Youth on the Roof» (initiiert von zwei ehemaligen Jugendsolar-Koordinatoren),   Swissolar sowie dem Ausbildungs- und Integrationsprogramm In-Limbo zustande. Die Partner haben grosse Pläne: Sie wollen ihr Projekt auf die ganze Schweiz ausweiten. Zukünftig sollen auch abgewiesenen Asylsuchenden integriert werden, damit sie eine existenzsichernde Perspektive für die Rückkehr in ihre Herkunftsländer haben.

Berivan blickt mit einem Lächeln auf die vergangenen Kurstage zurück: «Es war interessant, aber jetzt freue ich mich, auf das Praktikum!», sagt die Maschinen-Ingenieurin. Die Praktika bei Swissolar-Mitgliedern sind so ausgelegt, dass sich die Teilnehmenden bei guten Arbeitsleistungen für eine Anschlusslösung empfehlen können. Je nach Alter und persönlichen Voraussetzungen könnte dies eine formale Ausbildung oder eine Anstellung als ungelernte Hilfskraft sein. Berivan kann sich gut vorstellen, zukünftig als Solartechnikerin zu arbeiten. 

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