Dreamteam Wasserkraft und Solarstrom

16. novembre 2022

Der Ausbau der Solarenergie kann die Speicherseen in den Bergen entscheidend entlasten. Allerdings müssten die Energieversorger umdenken. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie von Thomas Nordmann (Swiss Energy Charts) und Jörg Hofstetter (CO2 Netto-Null 2050).

Es ist unbestritten, dass ein massiver Ausbau der PV-Stromproduktion auf Langzeitspeicher angewiesen ist, um die tiefere Produktion im Winter abzufedern. Mit den bereits bestehenden Speicherseen haben wir ein bestehendes Speichermedium zur Hand. Durch Staumauern im Alpenraum wird natürliches Zufluss-Wasser zurückbehalten, bei Bedarf abgelassen und via Turbinen zu Strom umgewandelt («verstromt»). Leider haben aktuell die Speicherseen im kritischen Zeitbereich einen sehr tiefen Füllstand. Ein massiver Ausbau der Photovoltaik kann dem indirekt entgegenwirken.

Der Solarstrom muss dazu nicht in die Speicherseen gepumpt werden, sondern wird wie bisher dezentral produziert und vor Ort verbraucht. Das dadurch eingesparte Speicherwasser bleibt damit im Stausee und kann in der Nacht oder bei wenig Sonne genutzt werden - dies praktisch ohne Speicherverluste auch über mehrere Monate. Voraussetzung ist, dass die Verstromung im Sommer und Herbst reduziert wird. Der Füllungsgrad der Speicherseen ist ein wichtiger Indikator für die Sicherheit der Stromversorgung. Weitere Optimierungen können durch eine Reduktion des Exportes im Winter und Stromeinsparungen erzielt werden.

Die Speicherseen sind eine Batterie für die kalten Wintermonate, wenn der Bedarf nach Strom grösser ist als im Sommer.  Damit ist ein Weg aufgezeigt, wie wir einer Strommangellage in den nächsten Jahren erfolgreich entgegenwirken können: Mit dem massiven Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz und mit der intelligenten Nutzung der bestehenden Speicherseen kann einer Strommangellage in den nächsten Jahren erfolgreich entgegengewirkt werden. 

> Zur Studie

> Lesenswerter Artikel dazu in der NZZ